KVP - Kontinuierlicher Verbesserungsprozess & LEAN Methoden

LEAN Methode – Bewerten Sie den Stand Ihres LEAN Management mit der LEAN Selbstbewertung

„Nur jedes 20. Automobilunternehmen in Europa ist wirklich lean“. Das hat die LEAN Enterprise Studie 2008 von J&M Management Consulting (www.jnm.de) festgestellt. Die unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. h. c. Lothar Späth durchgeführte J&M-Studie hat 32 teilnehmende Unternehmen der Automobilindustrie analysiert. Eine wichtige Erkenntnis, so Karsten Ötschmann, Partner für die Automotivbranche der J&M Management Consulting: „Die Unternehmen sind immer noch zu sehr funktional aufgestellt, d.h. sie funktionieren nach Abteilungen, wie z.B. Einkauf, Produktion, Marketing oder Vertrieb. In der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit hapert es in der Praxis deshalb erheblich“. Weiterhin wurde erkannt, dass auch die Integration von Lieferanten und anderen Partnern über Unternehmensgrenzen hinweg verbesserungsfähig ist. Dies sind alles Schwerpunkte der Lean-Idee. Lesen Sie hier, woran Sie den Lean-Status Ihrer Organisation erkennen können.

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Worum geht es im Lean Management überhaupt?

Die Übersetzung des Begriffes Lean ist schlank oder mager und erzeugt Flexibilität. Gewichtig und fett dagegen bedeutet Überschuss, Unbeweglichkeit. Ein schlankes Unternehmen konzentriert sich auf das Wesentliche und verbraucht für deren Erfüllung von allem weniger. Weniger Zeit, weniger Ressourcen. Im Lean Management geht es deshalb im Kern darum, mit weniger Personal, weniger Arbeitsfläche, weniger in Infrastruktur/Equipment gebundenen Mitteln und kürzerer Entwicklungszeit trotzdem hervorragende Produkte bereit zu stellen. Das Lean Management ging durch Generalisierung als nun globale Philosophie aus dem Lean Production hervor. Ausgelöst wurde die Lean-Welle in den 1980er-Jahre durch den immer deutlicher sich abzeichnenden Rückstand europäischer Autobauer gegenüber den fernöstlichen Anbietern. Unternehmen wie Honda, Nissan und vor allem Toyota benötigten zu dieser Zeit erheblich weniger Entwicklungs- bzw. Fertigungsstunden als vergleichbare Hersteller in Europa oder in den Vereinigten Staaten. Dies hatte zur Folge, dass die Marktanteile, zum Beispiel des Automobilherstellers Toyota, beängstigend stiegen.

Video: Lean Management – Was ist Wertschöpfung?

Video: Lean Management – Die 7 Arten der Verschwendung


Die Prinzipien für schlanke Unternehmensführung

Das „Lean Thinking“ erscheint als die nun dritte Phase in einem irreversiblen Prozess. Dieser begann mit der einst handwerklichen Produktion, schwang sich dann zur starren und standardisierten Massenproduktion auf um schließlich in variable und klein volumige Serien überzugehen, die den oft unberechenbaren Marktschwankungen und den unterschiedlichen Kundenansprüchen besser und schneller gerecht werden konnten. Lean Thinking differenziert die Essenz des Lean-Ansatzes in fünf Schlüsselprinzipien und zeigt, wie das Konzept über den Automobilbereich hinaus in jeder Branche angewendet werden kann:

1. Definieren Sie den Wert (Value) aus der Perspektive des Kunden

Wert wird vom Produzenten faktisch geschaffen, aber nicht definiert. Der Wertbegriff hat nur im Kontext eines spezifischen materiellen oder immateriellen Produkts, welches auf das Bedürfnis des individuellen Kunden mit einem bestimmten Preis zu einer bestimmten Zeit exakt zugeschnitten ist eine Bedeutung. Die genaue Spezifikation des Wertes wird letztendlich durch die Kaufentscheidung des Kunden bestimmt.

2. Identifizieren Sie den Wert-Strom

Der Wert-Strom (value-stream) umfasst alle einzelnen Aktionen, die notwendig sind, um ein Produkt hervorzubringen. Mit Hilfe der so genannten Wert-Strom-Analyse werden die vermeidbaren, also unnötigen und keinen Wertzuwachs schaffenden Schritte identifiziert. Diese Schritte ergeben schlicht und einfach keinen Sinn, da der Kunde nicht bereit ist, für Verschwendung zu bezahlen.

3. Bringen Sie die wertschaffenden Schritte in einen kontinuierlichen Fluss

Aktivitäten laufen dann schneller, wenn Sie sich einzig auf das Produkt und seine Bedürfnisse konzentrieren und nicht auf die Organisation oder Ausrüstung. So muss das Produkt nicht mehr zwischenverschiedenen, weit voneinander entfernten Anlagen hin und her wandern, in endlosen Warteschleife verharren, da es in unflexiblen Fertigungsstraßen weiterverarbeitet werden soll. Mit dieser Denke sollen alle notwendigen Aktivitäten, z.B. für die Entwicklung, die Bestellung oder Herstellung von Produkten, in einen kontinuierlichen Fluss gebracht werden.

4. Lassen Sie den Kunden das Produkt ziehen http://vorest-ag.com/T000482

Die Fehlplanung vieler Organisationen auf Grund unkalkulierbarer Märkte führt regelmäßig zu Überschussproduktionen, die irgendwann, wegen zu hoher Kapitalbindung, zu Dumping-Preisen verramscht werden müssen. Die Alternative zur Strategie dem Kunden die Produkte aufzudrängen, lautet sie von ihm ziehen lassen, gerade in der Menge wie er diese benötigt. Die Logik dieses „Pull-Prinzips“ lautet: Von der Produktanforderung des Kunden, der einen Bedarf für ein reales Produkt hat, wird rückwärts – Schritt für Schritt – jeder Teilprozess angestoßen, der erforderlich ist, um das gewünschte Produkt zu erzeugen.

Piktogramme-Seminare_Schulungen_ZettelIHRE VORLAGE: Bewerten Sie den Stand Ihrer LEAN Umsetzung mit der  LEAN Management Excel Vorlage! Nutzen Sie diese Vorlage zur Lean Selbstbewertung als Grundlage zur weiteren Umsetzung und Vertiefung der Lean Management Methoden in Ihrem Unternehmen!


5. Streben Sie nach Perfektion

Ein wesentliches Merkmal des schlanken Unternehmens ist damit das detaillierte Verständnis des Produktionsprozesses. Fehler können schneller entdeckt und beseitigt werden. Umständliche und kostenintensive Nachbearbeitungen am Fertigprodukt können immer weiter eliminiert werden. Es entsteht so ein stetiger Prozess der Verbesserung, eine fortwährende Annäherung an Perfektion. Aufwand, Zeit, Raum, Kosten und Fehler können immer weiter reduziert werden.


Werkzeuge zur Realisierung des Lean Managements

Mit dem Thema Lean Management sind viele Organisationen wohl erst durch das eine oder andere Lean Werkzeug bekannt geworden, jedoch ohne die übergeordnete Philosophie zu kennen. Obwohl diese Werkzeuge die Resultate von Lean nicht automatisch – ohne die entsprechende Geisteshaltung – liefern, ist deren richtiger Einsatz von großem Wert für den Lean Erfolg. Die Lean Werkzeuge lassen sich z.B. in die folgenden Bereiche clustern:

  1. Lean Grundlagen – Systemstrukturen, Arbeitsumfeld
  2.  Heijunka – Harmonisierung des Produktionsflusses
  3. Just-in-Time – Bedarfsgesteuerte Anlieferung

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Lean Werkzeuge mit einer Kurzbeschreibung:


Standortbestimmung, durch die Lean Selbstbewertung

Organisationen, die sich dem Lean Gedanken verschworen haben, finden in der ISO 9001 oder ISO 9004 keine wirkliche Hilfe zur Einschätzung ihres Lean Entwicklungsstandes. Damit Sie den Stand der LEAN Umsetzung in Ihrem Unternehmen trotzdem prüfen können, finden Sie hier das kostenlose LEAN Selbstbewertungswerkzeug!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Gelingen bei der Umsetzung.
Ihr Reinhold Kaim

1 Comment

  1. Beck
    5. November 2013 at 13:43 — Antworten

    Ich glaube dass das Ganze, speziell in Deutschland, einfach aufgrund von festgefahrenen Strukturen und Denkweisen schwer bis kaum umsetzbar ist. Zumindest nicht in der aktuellen Management-Generation. Bei der nächsten Generation sehe ich durchaus Chancen für das Lean-Management. Aber aktuell ist es doch so dass jegliche Entscheider in ihren typischen Schubladen-Denkweisen feststecken. Vielleicht ist der ehler ja bereits darin dass wir hier einen Beruf erlernen während die Mitarbeiter in fernöstlichen Ländern „das Unternehmen lernen“ und dort eine vilefache Anzahl an Tätigkeiten durchführen können. Hier ist man in seinem Aufgabenfeld doch recht beschränkt. Dadurch entstehen hierzulande unter den verschiedenen Abteilungen oft auch „Konkurrenzgedanken“ – Wettbewerb innerhalb des Unternehmens! So ist natürlich keine übergreifende Aufgabenverteilung und auch kein Lean-Management möglich.

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