KVP - Kontinuierlicher Verbesserungsprozess & LEAN Methoden

Der KVP-Coach: Positives Menschenbild oder „Ich gut – Du gut!“

Wer KVP dauerhaft gut betreiben möchte, legt Wert auf gut ausgebildete Moderatoren, die man dann intern gerne KVP-Experte oder KVP-Coach zu nennen pflegt. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Gruppe von Prozessbeteiligten oder Experten unfallfrei durch den PDCA-Verbesserungs-Zyklus zu lenken, um eine mehr oder minder ambitionierte Aufgabenstellung zu lösen.
Dies kann in wöchentlichen Teamsitzungen, KVP-Workshops oder auch KVP-Projekten geschehen.

Hier treffen nun drei Ebenen aufeinander:

  • Wissen, Ausbildung, Erfahrung und gesunder Menschenverstand der Teammitglieder
  • Methodisches und strukturiertes Vorgehen des KVP-Coaches

… und nicht zuletzt

  • Professionelle Kommunikation aller Beteiligten!

Au weia, werden Sie jetzt denken – gerade an Letzterer hapert’s dann doch oft ganz beträchtlich!

Wie’s um die Kommunikation im KVP-Team bestellt ist, kann auf den ersten Blick natürlich von zahlreichen Einflussgrößen abhängen:

  • Kennen sich die Teilnehmer schon länger oder sehen sie sich hier zum ersten Mal?
  • Und wenn sie sich kennen, muss man sich ja noch lange nicht mögen!
  • Vielleicht gibt’s auch grad’ richtig Knies (hier ’mal nicht als Genitiv von Knie gemeint!) zwischen zwei Protagonisten.
  • Oder die Gerüchteküche brodelt grad’ mal wieder über und macht die Leute verrückt!

Das ist ja ’ne Totgeburt, werden Sie nun wiederum sagen, wie soll das denn gutgehen?

Et hätt noch immer joot jejange, käme dem kommunikationsgestählten Rheinländer hier spontan über die Lippen – schade nur, dass diese Spezies nicht in allen KVP-Teams in der Überzahl ist. Wenn also Rheinländer schon nicht ausreichend zur Verfügung stehen, dann muss halt der KVP-Coach herhalten.

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Und es gehört tatsächlich auch zu seinen originären Aufgaben, ein gutes Gefühl für Eigenarten, Bedürfnisse und Stimmungen seiner Teammitglieder zu haben, d.h. alle verfügbaren Wahrnehmungskanäle auf Betriebstemperatur zu bringen, um mögliche Konfliktsituationen am besten schon in statu nascendi aufzuspüren.

Eine zentrale Ursache für Konflikte bei der Teamarbeit ist die unterschiedliche Wahrnehmung über den zu bearbeitenden Ablauf / Prozess. In dem Glauben, dass es nur eine – und zwar ihre – Sichtweise geben kann, streiten sich Teammitglieder oftmals übertrieben um die richtige Betrachtungsweise und verlassen dabei die Sachebene.

Andererseits müssen wir schon eine gewisse Streitkultur pflegen, denn ohne die eine oder andere hitzige Diskussion fehlt bisweilen die notwendige Identifizierung mit der Aufgabe.

Als Modell zur besseren Steuerung von Teambesprechungen erinnert der gute KVP-Coach sich gerne an die Transaktionsanalyse auf Basis der sog. vier Grundhaltungen:

Ich bin nicht ok / Du bist ok

Eine Haltung, die eine Hilfsbedürftigkeit impliziert und aus der Abhängigkeit der früheren Kindheit stammt. Wenn der KVP-Coach so unterwürfig durch die Tür kommt, wird man ihn kaum ernstnehmen können!

Ich bin nicht ok / Du bist nicht ok 

Die Grundhaltung der Verzweiflung und Resignation – „Ich kann nichts, ihr aber leider auch nicht!“
Na ja, dann kann man das Team auch gleich auflösen!

Ich bin ok / Du bist nicht ok

Eine Grundhaltung, die von oben herunter (Eltern-Ich) dem andern klarmacht, wie klein und unfähig der andere ist.
Wird dazu führen, dass Sie alles selbst machen!
Und womit? Mit Recht!

Ich bin ok / Du bist ok

Die Grundhaltung des Erwachsenen-Ichs, das sich und die anderen akzeptiert.
Ja, so kann’s dauerhaft ’was werden!

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Mit dieser Grundhaltung sollte der KVP-Coach in jede  – und ganz besonders in die erste – Teamsitzung gehen, denn so kann er proaktiv Leistungsbereitschaft und natürlich auch die Kommunikation positiv beeinflussen. Sein positives Menschenbild nach dem Motto „Ich gut – Du gut!“ führt dann zu folgendem Verstärkungskreislauf:

Wenn ich denke und ausdrücke, dass mein Teammitglied

  • sehr lernfähig, eigenverantwortlich, und sehr engagiert sei,
    dann erhält es von mir als KVP-Coach…
  • positives Feedback, anspruchsvolle Aufgaben, persönliche Förderung, viele Informationen,
    und dann wird mein Teammitglied…
  • Vertrauen genießen, Unterstützung erleben, hohes Selbstwertgefühl entwickeln, auch mal Fehler machen dürfen, sich voll identifizieren
    und sich dann zeigen durch…
  • gutes Arbeitsverhalten, Verantwortungsbereitschaft, starke Selbstkontrolle, viel Initiative.

Und am Ende fühle ich mich als Coach sogar noch bestätigt in meiner ersten Einschätzung:
„Hab’ ich doch gleich gewusst, guter Mann!“

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Gelingen bei der Umsetzung.
Ihr Axel Jungheim

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