Audit - Internes AuditQM Qualitätsmanagement ISO 9001 Prozesse

Produktaudit – als Wirkungsverstärker Ihrer System- und Prozessaudits!

 

„Wenn ich auspacke, kann die CSU einpacken“ – Franz J. Strauß. Oft kann auch die Firma einpacken, wenn der Kunde die Produkte auspackt und feststellt, dass deren Qualität nicht hält, was der Vertrieb versprochen hatte. Um dies zu vermeiden, bietet sich im Qualitätsmanagement ergänzend das Werkzeug „Produktaudit“ an. Mittels Produktaudits werden z.B. fertige Produkte oder bereits verpackte Waren in Stichproben auf das Einhalten der (versprochenen) Qualitätsanforderungen überprüft. Doch Produktaudits sind nicht auf Fertigprodukte begrenzt, sondern sollten im gesamten Produktentstehungsprozess, also in der gesamten Wertschöpfungskette, auch auf Zwischenprodukte angewendet werden. In diesem Text erhalten Sie Hinweise zur Planung, Umsetzung und Auswertung Ihrer Produktaudits und Argumente, warum Ihnen Produktaudits weitere Vorteile, wie zum Beispiel höhere „Rechtssicherheit“, einbringen.


Abgrenzung des Produktaudits von anderen Audits

Interne Audits, wie sie von der DIN EN ISO 9001 gefordert werden, dienen der Beurteilung der Konformität und des Nachweises der wirksamen Anwendung des Qualitätsmanagementsystems. Egal, ob in diesem Rahmen ein einziges Systemaudit durchgeführt wird oder das Auditprogramm weitere Prozessaudits differenziert, eines können diese Audits nicht leisten – eine unabhängige Aussage über die Qualität der materiellen oder immateriellen Produkte. Somit stellen Produktaudits eine wertvolle Ergänzung zu System- bzw. Prozessaudits dar, sind von anderen Fertigungsprüfungen jedoch zu differenzieren. Produktaudits sollen dem Management einer Organisation Qualitätstrends und Qualitätsschwachstellen Ihrer Produkte aufzeigen, um mögliche Problemfelder früh zu erkennen und weitergehende Audits entsprechend anzupassen. Mittels Produktaudits werden z.B. fertige Produkte oder bereits verpackte Waren in Stichproben auf das Einhalten der (versprochenen) Qualitätsanforderungen überprüft.

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Die speziellen Aufgaben des Produktaudits

Das Produktaudit dient dem Management einer Organisation als Werkzeug um Produkte/Dienstleistungen unabhängig vom Erstellungsprozess zu bewerten. Perspektiven des Produktaudits sind:

  • Die Kundensicht (Erfüllung der ausgesprochenen und unausgesprochenen Anforderungen besonders „kritischer Kunden“).
  • Die interne Sicht (Erfüllung der eigenen Qualitätsanforderungen).
  • Die Vertrauensbasis (Absicherung gegen Produkt- und Sachmängelhaftung).
  • Die Weiterentwicklung (Ermittlung von bisher unerkanntem Verbesserungspotenzial).

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Beim Produktaudit werden die spezifizierten Produkteigenschaften (z.B. Konformität zur Spezifikation – Geometrie, Material, Funktion, Zuverlässigkeit, Verpackung, Kennzeichnung) sowie deren Übereinstimmung mit bekannten Kundenerwartungen ermittelt. Ein Produktaudit ergänzt die Prozessüberwachung, indem das Produkt an einem festgelegten Produktzustand im Prozess durchgeführt wird, wie z.B.:

  • vor/nach der Verpackung,
  • vor/nach internem Transport,
  • vor/nach Bearbeitungsschritten,
  • im Neuzustand,
  • nach einem Gebrauchszeitraum,


Diese Argumente begründen ein Produktaudit

In Hinsicht der grundsätzlichen Ziele gesellt sich das Produktaudit, ebenso wie die System- und Prozessaudits zur Gruppe der präventiven Aktivitäten. Als wesentliches Ziel der internen Produktaudits sollten Sie in Ihrer Organisation das „neutrale Erkennen systematischer Fehler und langfristiger Qualitätstrends“ kommunizieren. Bei Produktaudits durch den Kunden besteht das Ziel meist in einer optimalen Lieferantenüberwachung und Reduzierung des Aufwands in der Wareneingangsprüfung. Nachfolgend finden Sie weitere konkrete Ziele des Produktaudits, die Sie in Ihrem Auditprogramm berücksichtigen sollten:

  • Intensive Überprüfung von neu eingeführten Produkten oder akuten Produktänderungen.
  • Besondere Feststellung, ob festgelegte Qualitätsanforderungen eines Produktes für einen wichtigen Kunden erfüllt sind.
  • Neutrale Feststellung der Fähigkeit von internen Prüfern (Qualitätssicherung, Werkerselbstprüfung, …).
  • Neutrale Bestätigung der Zweckmäßigkeit, Eignung und Wirksamkeit von Prüfungen.
  • Beurteilung von Prozessänderungen oder sonstigen grundsätzlichen Veränderungen.
  • Beurteilung der Mittel, Ressourcen oder Randbedingungen.
  • Ermittlung von Verbesserungspotenzialen der Produktqualität.

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Nach diesen Kriterien sollten Sie die Auditobjekte wählen

Die Wirksamkeit von Produktaudits hängt in hohem Maße von der Vorgehensweise bei der Auswahl der Auditobjekte (Produkte) ab. Eine möglichst systematische Auswahl stellen Sie beispielsweise über eine Entscheidungsmatrix sicher. Auswahlkriterien für die zyklischen, von langer Hand geplanten Standard-Produktaudits sind z.B. die

  • strategische Bedeutung der Produkte
    Quelle: A/B/C-Analyse,
  • Risiken beim Produkteinsatz
    Quelle: Risikoanalyse,
  • Höhe der Deckungsbeiträge
    Quelle: betriebswirtschaftliche Analyse,
  • Umfänge der gesetzliche Vorgaben
    Quelle: CE-Richtlinien.

Dagegen sind für eine situationsbezogene spontane Einplanung von Produktaudits häufig Kriterien relevant, wie z.B.

  • Kundenreklamationen
    Quelle: Beschwerdemanagement,
  • Feldausfälle/Garantien
    Quelle: Serviceberichte,
  • Ergebnisse aus anderen Audits
    Quelle: Auditprogramm QM,
  • nicht fähige Prozesse
    Quelle: Regelkarten,
  • Ausfallraten/Nacharbeiten
    Quelle: Qualitätskostenreports.


Diese Regeln sollten Sie bei der Entnahme der Auditobjekte beachten

Die Durchführung des Produktaudits erfolgt prinzipiell nach den Vorgaben aus dem Auditplan. Zur Absicherung der Aussagefähigkeit des Audits sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Die Entnahme von Produkten soll zwar zufällig, aber für den auditierten Bereich nicht unerwartet sein.
  • Zur späteren Rückverfolgbarkeit sind die Entnahmelose zu kennzeichnen.
  • Die Auditprüfung selbst sollte die Fertigung nicht stören.
  • Sicherheitsrelevante Prüfungen sollten immer zuerst durchgeführt werden.
  • Im Weiterverwendungsfall müssen entnommene Produkte sorgfältig wieder zugeordnet werden.
  • Auditoren dürfen von den Mitarbeitern der Fertigung nicht beeinflusst werden.
  • Um Fehler zu vermeiden, sind Ergebnisse sofort in die vorgesehenen Formulare einzutragen.

Reinhold Kaim (QMB, EOQ-Quality Auditor)mSiehst du?


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