UM Umweltmanagement ISO 14001

Vom Umweltreporting zum Nachhaltigkeitsbericht

So messen Sie die Effektivität Ihres UM-Systems und zeigen, wie Sie Ihre Umweltaspekte überwachen

Die Umweltauswirkungen eines Unternehmens sind immer von großem öffentlichem Interesse geprägt, da sie immer die Öffentlichkeit bzw. die Allgemeinheit betreffen. Die Pflicht zur Berichterstattung durch Unternehmen ergibt sich durch die Inanspruchnahme und Verwendung von öffentlichen Umweltgütern für industrielle Zwecke. Für den Bürger wird eine gewisse Transparenz hinsichtlich des Umweltschutzes und der relevanten Umweltaspekte des Unternehmens erreicht. Die öffentliche Kommunikation bietet den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Bemühungen für den Umweltschutz transparent darzustellen und sich positiv vom Mitbewerber abzusetzen.

Im Bereich des Umweltreport und der Nachhaltigkeit werden viele Begriffe verwendet. Hier ein paar Beispiele und deren Bedeutung:

  • SD − Sustainable Development: nachhaltige Entwicklung sowie
  • SC − Sustainable Corporate: nachhaltige Unternehmesführung,
  • CSR – Corporate Social Resonsiblity: Gesellschaftliche Verantwortung auf freiwilliger Basis,
  • CC − Corporate Citizenship: Unternehmen als „guter Bürger“.

Unser Tipp
Ausbildung:
In der Ausbildung Basiswissen Umweltmanagement ISO 14001 erlangen Sie fundierte Kenntnisse über die ISO 14001 und lernen, wie Sie deren Anforderungen in Ihrem Umweltmanagementsystem umsetzen.


Nachhaltigkeit

In der heutigen Zeit wird viel von Nachhaltigkeit, nachhaltigem Handeln und nachhaltiger Entwicklung gesprochen. Was wird jedoch grundsätzlich unter Nachhaltigkeit verstanden: „Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.“ Die jedoch meist gebrauchte Definition kommt aus dem Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen von 1987. „Nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.

In immer mehr Branchen werden Nachhaltigkeitsthemen zu strategischen Herausforderungen: Erneuerbare Energien, Rohstoffe, Wasser, Mobilität, Ernährung, Textilien etc.; z.B.: Dow Jones Sustainability Index Best-in-Class-Index (ca. 10 % aus 2500 im Dow Jones Global Index gelisteten) Idee: Mit unternehmerischer Nachhaltigkeit Umwelt & Betrieb steigt langfristig der Shareholder Value überproportional.

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Umweltreporting bzw. Umweltreport

Der Zweck des Umweltreport / der Umweltdatenerfassung

Das Reporting von Umweltdaten hängt nicht zwingend mit der Veröffentlichung dieser zusammen. Es dient mehr zur Erfassung und Messung der Umweltleistung, um auf Grundlagen dieser Daten weitere Aspekte zu identifizieren und neue Ziele zu deklarieren. Durch ein Reportingsystem lassen sich die unternehmensspezifischen Umweltauswirkungen in Messgrößen darstellen und weitere Maßnahmen planen und durchführen. Durch stetige Aufnahme von Umweltdaten lassen sich Trends, Peaks, Aufteilungen, Verhältnisse und verschiedene Verläufe gut erkennen. Durch einen bewussten Vergleich der Umweltdaten/ Kennzahlen von vergleichbaren Unternehmen wird der Unterschied deutlicher, wo die Stärken und Schwächen der Einzelnen liegen.
Beispiele zur Umweltdatenerfassung:

  • Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Niederschlag, andere Wetterdaten, Materialverbrauch, Energieverbrauch (Strom, Gas, Holz, Heizöl etc.), Wasserverbrauch, Wasseraufbereitung (Menge), Wasserwerte (z.B. ph-Wert, absetzbare Stoffe, Kupfer, Zink, Aluminium etc.),Emissionen in die Luft, Abfallmengen.

Video: HLS ISO 14001 : 2015

Video: Aufgaben eines Umweltmanagementbeauftragten


Kennzahlenbildung

Umweltkennzahlen fassen die erfassten Umweltdaten auf überschaubare Schlüsselinformationen zusammen. Jedoch sind bei der Bildung von Kennzahlen auch bestimmte Grundsätze zu beachten.
1. Vergleichbarkeit
2. Zielorientiertheit
3. Ausgewogenheit
4. Kontinuität
5. Aktualität
6. Verständlichkeit

Der Nutzen der betrieblichen Umweltzahlen ist vielfach. Durch die kontinuierliche Erfassung und Auswertung dieser Zahlen lassen sich sehr gut Umweltveränderungen in Zeitreihen darstellen. Somit lässt sich erkennen, bei welchen Einflüssen sich etwas verändert. Sind diese Grundsätze für Kennzahlen erfüllt, lässt sich schnell Optimierungspotential im Unternehmen aufdecken. Mit diesen Daten lassen sich viel bessere und genauere Betriebsvergleiche anstellen. Somit sind diese Daten Grundlage für die öffentliche Kommunikation per Umweltbericht, Umwelterklärung oder Nachhaltigkeitsbericht. Es ermöglicht auch einem Außenstehenden, der nur den Bericht liest, den Unterschied der jeweiligen Unternehmen und deren Umweltleistung zu erkennen.


Umweltkommunikation

Allgemeine Grundsätze der Berichterstattung (GRI, ISO 14063, EMAS)

  • Wahrheit (nur Aussagen, die auch wirklich den Tatsachen zum Berichtszeitpunkt entsprechen).
  • Wesentlichkeit (alle wichtigen, relevanten Informationen).
  • Klarheit (eindeutig und allgemein verständlich; klarer Bezug auf Zeitraum und Betriebseinheiten).
  • Vergleichbarkeit über mehrere Jahre (gewählte Struktur des Berichts nicht ohne wichtigen Grund ändern; organisatorische Änderungen
    u.ä. im Bericht erläutern).
  • Vergleichbarkeit innerhalb der Branche (Angabe der Quelle von Vergleichszahlen; begründen, wenn übliche Zahlen nicht verwendet werden).
  • Stetigkeit (Erhebungs- und Bewertungsmethoden für Daten dauerhaft anwenden und ggf. bekanntgeben; Änderungen deutlich machen und
    Auswirkungen darstellen.
  • Öffentlicher Zugang zu Informationen (leichte Zugänglichkeit des Berichts; Internet).
  • Lokale Rechenschaftspflicht (eindeutiger Standortbezug).

Formen und Instrumente der Berichtserstattung

1. Schriftliche Form

  • Websites,
  • Umweltbericht, Nachhaltigkeitsbericht,
  • Newsletter, Produktlabels,
  • Zeitungsartikel, E-Mail, etc.

2. Verbale Form

  • Öffentliche Veranstaltungen, Umfragen,
  • Tag der offenen Tür, Konferenzen,  Dialogveranstaltungen, etc.

3. Andere

  • Nachhaltigkeitsabkommen,
  • Kooperationsprojekte.

Die Anforderungen an eine EMAS-Umwelterklärung sind in Anhang III der EMAS Verordnung festgelegt. Inhalt: Beschreibung der Organisation und deren Tätigkeit, Produkte und Leistungen, die Umweltpolitik, Umweltmanagementsystem, relevante Umweltaspekte und Umweltauswirkungen, Umweltziele und Umweltleistung (Daten).

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Vom Umweltbericht zum Nachhaltigkeitsbericht

Der Nachhaltigkeitsbericht ist die Weiterentwicklung der von Unternehmen veröffentlichten Umweltberichte. Ein Nachhaltigkeitsbericht bietet eine Möglichkeit der Darstellung Ihres Unternehmens. Das Unternehmen kann die Leistungen und die Beiträge zur Förderung des ökonomischen  Wachstums, des ökologischen Gleichgewichtes und der sozialen Gerechtigkeit öffentlich darlegen. Ebenso ist die offene Darstellung der Problematiken aus Unternehmenstätigkeiten gerne gesehen. Für eine Erweiterung eines Umweltberichtes bzw. einer Umwelterklärung zu einem vollwertigen Nachhaltigkeitsbericht gibt es folgende Argumente

  • Mit einem Nachhaltigkeitsbericht geben Sie Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten ein umfassendes Bild von Ihrem Unternehmen und Ihrem Engagement für Umwelt und Gesellschaft.
  •  Ein Nachhaltigkeitsbericht erhöht Ihre Glaubwürdigkeit in Umwelt- und Sozialfragen und verbessert das Unternehmensimage.
  • Ein Nachhaltigkeitsbericht macht Ihren Einsatz und Ihr Engagement vor Ort – also für Ihre Stadt bzw. Ihre Region – deutlich.
  • Mit einem Nachhaltigkeitsbericht können Sie neue Zielgruppen erreichen und den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens steigern.
  • Ein Nachhaltigkeitsbericht stärkt das Vertrauen der Kunden in Ihre Produkte.
  • Mit dem Bericht können Sie Ihre Mitarbeiter über die Unternehmensziele informieren und die unternehmensinterne Kommunikation und Koordination verbessern.
  • Mit einem Nachhaltigkeitsbericht können Sie zeigen, dass Ihr Unternehmen moderne Managementstrukturen besitzt.
  • Sie können mit dem Bericht alle wichtigen Unternehmensaktivitäten prägnant dokumentieren.
  • Der Bericht ermöglicht Ihnen, Ihr Unternehmen noch einmal umfassend auf den Prüfstand zu stellen und die eigenen Ziele zu hinterfragen.
  • Ein Nachhaltigkeitsbericht liefert Ihnen neue Anregungen für Ihre Arbeit und die Gestaltung betriebsinterner Abläufe. Die Motive zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes sind von Unternehmen zu Unternehmen natürlich unterschiedlich. Jedoch konnten durch eine Umfrage des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) 3 wesentliche Motive identifiziert werden. Natürlich überschneiden sich diese Motive in der Praxis.
    1. Marktorientierte Motive
    2. Managementorientierte Motive
    3. Öffentlichkeitsorientierte Motive

Unser Tipp
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Elemente des Nachhaltigkeitsberichts

Für eine ordentliche Darstellung des Nachhaltigkeitsberichtes sollten alle folgenden 7 Punkte bearbeitet werden.
1. Kernkennzahlen
2. Vorwort der Unternehmensleitung
3. Profil des Unternehmens
4. Vision und Strategie
5. Unternehmenspolitik
6. Managementsystem
7. Unternehmensleistung/Umweltleistung


Das IÖW/Future-Ranking der Nachhaltigkeitsberichte

Hier wird ein sachgerechter Vergleich von Nachhaltigkeitsberichten durchgeführt. Somit soll der Wettbewerb zwischen den Nachhaltigkeitsberichtern der Unternehmen und deren Weiterentwicklung gefördert werden. Damit unterstützt das Ranking den KVP in Richtung höhere Nachhaltigkeit bei Unternehmen.
Link: www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de

Durch eine externe Prüfung schafft man mehr Vertrauen. Dieser Gedanke ist bei einigen Unternehmen durchaus verankert. Folgende Aussagen sind von Unternehmen zum Thema „Externe Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte“ gemacht worden.

  •  „Um sicherzustellen, dass wir nicht nur die positiven Geschichten erzählen.”
  • „Um durch einen unabhängigen Blick auf unsere Unternehmensprozesse verbesserungswürdige Gebiete zu erkennen.”
  • „Damit die Leser unseres Berichts sicher sein können, dass das was sie lesen der Wahrheit entspricht.”

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Gelingen bei der Umsetzung.
Ihr André Mayr


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