QM Qualitätsmanagement ISO 9001 Prozesse

Was sind die Aufgaben des QMB – Qualitätsmanagementbeauftragter nach ISO 9001

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Was sind die Aufgaben des QMS im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001? Seit der Einführung von modernen QM Systemen und deren Zertifizierung nach ISO 9001 ist das QM System unmittelbar verbunden mit der Rolle und den Aufgaben des Qualitätsmanagementbeauftragten – des QMB ’s – wie er landläufig und fast liebevoll bezeichnet wird. Diese Rolle wurde allgemein meist schnell akzeptiert, gab es doch auch oft schon den Umweltschutz-Beauftragten, den Arbeitssicherheits-Beauftragten, den Datenschutz-Beauftragten, vielleicht sogar auch einen KVP-Beauftragten. Auf die ja fast schon ketzerische Frage „Muss es ihn oder sie eigentlich geben“ konnte man immer zu hören kriegen  „Ja, die ISO will das so!“ Tatsächlich konnte man unter Normpunkt 5.5.2 die Forderung nach einem „Beauftragten der obersten Leitung“ sehr deutlich nachvollziehen – darunter auch seine spezielle Verantwortung und Befugnis in Richtung

  • Aufbau und Aufrechterhaltung des Qualitätsmanagement Systems
  • Bericht über die Leistung des Qualitätsmanagement Systems und
  • Förderung des Bewusstseins über die Kundenanforderungen in der Organisation.

Unser Tipp
Ausbildung:
Lernen Sie mit der Ausbildung QMB – Qualitätsmanagementbeauftragter ISO 9001 die Rolle und Aufgaben des QMB kennen und erfahren Sie wie Sie diesen gerecht werden.


Was kann der Grund dafür sein? Welche Vor- oder auch Nachteile hat diese Änderung?

Die ISO 9001 handelt nach dem Prinzip Geben und Nehmen – im Rheinland würde man sagen „Mer muss och jünne könne“! Auf der einen Seite haben wir zusätzliche Anforderungen z.B. in den Bereichen Wissens- und Risikomanagement vor der Brust, auf der anderen Seite gibt sie uns an mehreren Stellen größere Freiräume, die Prozesse, die Dokumentation und die Verantwortlichkeiten variabler, handhabbarer und (hoffentlich) dennoch wirksam zu gestalten. Stichwort Verantwortlichkeiten: Die Rolle des QMB ’s wurde, wie gesagt, bisher immer explizit eingefordert – eigenartigerweise aber auch nur diese eine Funktion; die Norm hat keinerlei Vorgaben zu anderen Positionen wie etwa die eines Einkaufs- oder Entwicklungsleiters gemacht, auch nicht die eines KVP-Beauftragten. Ehrlich gesagt, hatte sie sich damit gefühlt immer schon etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn eine Organisation sollte schon selbst bestimmen können, wie und mit welchen Ressourcen sie die oben beschriebenen Aufgaben angeht. Heisst aber im Umkehrschluss, dass es zukünftig hier auch andere Lösungen geben kann – z.B. könnte ein Kreis von Qualitätsexperten sich diese Aufgaben teilen, es könnte aber auch mehrere QMB ’s geben – die ganze Funktion könnte sogar komplett nach extern verlagert werden – auch das Thema „unabhängig von anderen Aufgaben sein zu müssen“ hat sich nun erledigt.

Was sich damit aber überhaupt nicht erledigt hat, ist, dass nach wie vor die oberste Leitung für Entwicklung und Bewertung des Qualitätsmanagement Systems die Verantwortung trägt und dieser Aspekt jetzt noch deutlich mehr in den Vordergrund treten wird – zum Glück! Denn hier hat man sich in der Vergangenheit doch allzu oft hinter dem Spruch „Dafür ist doch unser Qualitätsmanagementbeauftragter da“ versteckt und ist dann flugs Richtung Golfplatz entschwunden.  Auch bei Third Party Audits wird sicherlich im Mittel deutlicher erkennbar sein, dass die oberste Leitung und nicht der QMB der erste Anlaufpunkt sein wird.

Video: Was sind die Aufgaben des QMB

Video: Was ist ein Qualitätsmanagementsystem


Die Aufgaben des QMB bleiben bestehen. Aber welche Lösung wird sich durchsetzen?

Sicherlich mehrere verschiedene, für die jeweilige Organisation sinnvolle. Allerdings bin ich ganz klar der Überzeugung, dass die allermeisten Unternehmen bei der aktuellen Situation bleiben werden und die Funktion des QMB ’s aufrechterhalten. Manche glauben, dass diese nun geschwächt werden könnte, da sie von der Norm nicht mehr gefordert wird. Das wird sicherlich in einigen Fällen auch der Fall sein, aber eigentlich nur dort, wo ein Qualitätsmanagementbeauftragter auch vorher schon eine schwache und meist von der Führung wenig unterstützte Stellung innehatte.

Nein, im Gegenteil: ein Qualitätsmanagementbeauftragter , den ich mir leiste, weil ich von dieser Funktion überzeugt bin, wird doch ganz andere Möglichkeiten und Akzeptanz erhalten als der, den ich nur habe, weil eine Norm ihn fordert! Und da wird sich das Management zukünftig noch weniger erlauben wollen, ab und zu auch mal den einen oder anderen Fußkranken heranzunehmen. Es wird auch nicht mehr reichen, nur so nebenher das ISO-Zertifikat irgendwie aufrechtzuerhalten  – man erwartet von zukünftigen QMB ’s auch deutlich mehr die Fokussierung auf den progressiven Einsatz.


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Wie kann ich als Qualitätsmanagementbeauftragter den Wandel im Unternehmen unterstützen und aktiv mitgestalten? Was sind dabei meine Aufgaben als QMB?

Wie kann ich mich in den Bereichen Wissens- und Risikomanagement nützlich, auch wirtschaftlich nützlich machen, wie kann ich Methoden nicht nur kennen sondern auch können und damit immer mehr die Rolle eines echten Qualitätsmanagers ausfüllen? Dazu gehört ganz klar Kompetenz – das Anwendungsdreieck aus Wollen, Können und Dürfen muss ausgewogen in der Position des QMB ’s verankert sein – und das muss ich mit Anwendung der Norm ISO 9001  zukünftig auch nachweisbarer gestalten als es bisher notwendig war !

In diesem Sinne und bis demnächst,
Ihr Axel Jungheim


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