CONTROL-Phase . . . oder „alles hat ein Ende“

Von Axel Jungheim

Das Six Sigma Projektteam ist mittlerweile doch weit fortgeschritten im Prozess-verbesserungsplan des DMAIC-Zyklus’ und sehnt sich langsam danach, das Projekt abschließen zu können. Damit auch die letzten Schritte vor der Ziellinie nicht verstolpert werden und auch nach der Ziellinie keiner von unlauter erzielten Ergebnissen spricht, gilt es nun, auch die abschließende Control-Phase seriös und nachvollziehbar zu gestalten.

Die wesentlichen Zielsetzungen der Control-Phase sind:t_vorlagesixsigmaprojekte2

  • Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse
  • Übergabe der Verantwortung für den neuen Standard
  • Übergabe von Werkzeugen zur Überwachung des Prozesses

Verifizierung der umgesetzten Maßnahmen
Die im Implementierungsplan der Improve-Phase festgelegten und in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen müssen natürlich bezüglich ihrer Wirksamkeit überprüft werden. Vorzugsweise stellt man dabei die verbesserte Situation der in der Measure-Phase vorgefundenen Ausgangsleistung in der gleichen Art und Weise gegenüber. Dies geschieht üblicherweise z.B. mit Hilfe von Vorher/Nachher-Betrachtungen auf Basis von  Prozessfähigkeitsdiagrammen und -kennzahlen ; die verbesserte Prozessleistung wird z.B. als Sigma-Level zum Ausdruck gebracht. Qualitätsregelkarten weisen auf die größere Beherrschtheit des Prozesses hin, engere Eingriffsgrenzen sind Resultat der verringerten Varaition. Statistische Testverfahren wie T-Tests und Varianzen-Tests prüfen die verbesserte Prozessleistung hinsichtlich Lage und Streuung auf Signifikanz.

Prozessübergabe
Das Team übergibt den verbesserten Prozess wie ein Präsent an den begeisterten Sponsor – natürlich nicht ohne ihm einige Dinge mit auf den Weg zu geben. Ein Prozessmanagement-Diagramm (Prozessregelkarte) stell hier übersichtlich meist die folgenden drei Aspekte zusammen:

-          den Prozessablauf der neuen, veränderten Situation,

-          die einzusetzenden Monitoring-Instrumente, z.B. Kennzahlen und Regelkarten zur Steuerung und Visualisierung,

-          einen Reaktionsplan, der die Prozessbeteiligten darauf hinweist, wie man mit Prozessveränderungen (Trend, Verschiebungen, etc.) zukünftig umgehen sollte.

Abschlussdokumentation, Lessons Learned
Der Six Sigma Belt wird Ausgangssituation, Verlauf und Ergebnisse in Form eines Abschlussberichts zusammenstellen und dem Auftraggeber (Sponsor) und weiteren Interessierten zur Verfügung stellen. Handelt es sich um ein Ausbildungsprojekt wird der zuständige Master Black Belt diesen auf unfallfreie Anwendung der Tools vor dem Hintergrund des roten DMAIC-Fadens abschließend beurteilen. Speziell neu erworbene und evtl. auf andere Bereiche übertragbare Erkenntnisse werden oft im Rahmen eines Lessons Learned-Kurzberichts zusammengestellt.BlackBelt

Ausweisen des Projekterfolgs
Projekterfolge werden in Euro/Jahr ausgewiesen. Wichtig ist es, ihn auch  – frei von Umgebungsbedingungen – anhand einer Kennzahl auszuweisen und – temporär – in das Berichtswesen zu übernehmen. Die Profis für die monetären Kennzahlen sitzen meist im Controlling. Entsprechende Aussagen kommen am besten bei Projektbeginn und bei Projektabschluss von dort ! Alternativ können Sie natürlich auch durch den Sponsor erfolgen. Weiterhin sind alle so genannten „Soft Savings” zu benennen ; größtenteils schwer oder nicht in € ausdrückbare Verbesserungen (z.B. Erhöhung der Kundenzufriedenheit, qualitative Produktverbesserungen, Flexibilitätserweiterungen etc.) , die aber nicht selten deutlich wichtiger sind als die rein kalkulierbare Einsparung !

Anerkennung des Projekterfolgs
Der Sponsor hat nun die angenehme Aufgabe, den Projekterfolg des Verbesserungs-teams angemessen zu würdigen und nach innen/außen zu kommunizieren. Wie er das tut und in welchem Rahmen, obliegt ihm  – entscheidend ist, dass er es tut !

Damit es später nicht wieder heißen muss:

Der Sponsor lässt nichts springen außer den Black Belt ;-)

In diesem Sinne und bis demnächst

Ihr Axel Jungheim

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Der Autor

Name: Axel Jungheim

Bio: Axel Jungheim ist als SIX SIGMA Master Black Belt für die VOREST AG als Leiter Training und Consulting tätig. Durch seine langjährige, erfolgreiche Arbeit im Bereich SIX SIGMA und den dabei gesammelten Erfahrungen trägt Herr Jungheim entscheidend dazu bei, das Trainingsprogramm der VOREST AG "up to date" zu halten. Er bildet jedes Jahr zahlreiche Black Belts, Green Belts und Champions aus und kann auf viele erfolgreiche SIX SIGMA-Implementierungen in Unternehmen unterschiedlicher Branchenzugehörigkeit zurück blicken.

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