SIX SIGMA

SIX SIGMA und was man so hört…

Methodische Ansätze  – und damit natürlich auch SIX SIGMA – stehen wie so vieles im Leben im ständigen Kreuzfeuer der Kritik. Die Gründe hierfür sind recht vielfältiger Natur, lassen sich aber ganz gut in folgende Schwerpunktsbereiche einteilen:

  • Unwissen über Aufbau, Inhalte, Ziele und Nutzen
  • Angst vor Veränderung
  • Angst vor Transparenz

Über so klassische Killerphrasen hinaus, wie „Das ist doch nur wieder ’ne neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird“ kriegt man im Alltag – leider nur eine Spur konkreter – schon mal so das eine oder andere Vorurteil zu hören, das es in den folgenden Zeilen auszuräumen gilt.


„SIX SIGMA ist nur Statistik!“

Diese Spitze zeugt von deutlicher Unwissenheit im Umgang mit der SIX SIGMA Methodik. Black und Green Belts erarbeiten sich im Training einen umfang- und facettenreichen Werkzeugkoffer, der sie befähigt, erfolgreiche SIX SIGMA Projekte zu realisieren. Dazu gehören auch zahlreiche so genannte Soft Tools, bei denen Statistik keine Rolle spielt. Sie dienen oft und gerade zu Beginn des Projekts der Fokussierung, Spezifizierung und Priorisierung, wie z.B. VOC-Analyse oder Cause and Effect Matrix, oder aber – v.a. im weiteren Verlauf – als Kreativitätstechniken der strukturierten Ideenfindung, wie z.B. Ishikawa-Diagramm oder Morphologischer Kasten.

Diese Techniken sind i.d.R. leicht erlernbar – in der Praxis, sprich im Projektteam  – kann’s aber schon die eine oder andere Klippe geben, die es zu umschiffen und im Training anzusprechen gilt. Daher hört man auch immer wieder – und dies ist nun vollkommen richtig – dass bei der Auswahl der Belts sicherlich eine ganz gute Auffassungsgabe auch bezüglich der unfallfreien Anwendung statistisch basierter Tools wichtig wäre, ganz sicher aber auch ein gewisses Maß an soft skills mitgebracht werden sollte, die für den Projekterfolg absolut mitentscheidend sind.


„SIX SIGMA ist nichts Neues!“

Ja, einerseits absolut richtig – was die einzelnen Werkzeuge angeht, so ist tatsächlich kein einziges mit der SIX SIGMA Geburt auf die Welt gekommen. Regelkarten, FMEA, aber auch die sieben Qualitätswerkzeuge oder die verschiedenen statistischen Testverfahren, genauso die komplexeren Techniken wie Regressionsanalyse oder statistische Versuchsplanung – hat’s alles schon mehr oder weniger lange gegeben.

Was ist denn nun das Neue an SIX SIGMA?

  • Neu ist die Kombinatorik und auch die Konsequenz, in der diese Tools eingesetzt werden,
  • Neu ist, dass diese Werkzeuge nicht nur vereinzelt eingesetzt werden, wenn man gerade mal Zeit hat, Lust hat, der Richtige gerade da ist oder der Kunde genügend Druck macht,
  • Neu ist auch, dass dies vor dem Hintergrund eines auch schon im Rahmen der Ausbildung scharfen Projekts auf Basis ambitionierter Ziele entlang des DMAIC-Projektmanagement-Fadens geschieht,
  • Neu ist, dass nicht 20 Leute im Raum sein müssen, die jeweils nur eines oder zwei dieser Tools beherrschen, sondern dass dies alles ein Belt alleine kann,
  • Neu ist, wie hier gezielt die Symbiose aus Fach- und Methodenwissen zur Prozessoptimierung gesucht wird,
  • Neu ist, dass hier auch organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Erfolge sowohl durchbruchsartig als auch nachhaltig gelingen lassen.

„SIX SIGMA ist zu aufwändig!“

Dieser Einwurf kommt überwiegend aus dem Lager der methodenresistenten Fraktion, die immer schon wussten, wie’s geht – es aber eigenartigerweise aus irgendwelchen Gründen nie gemacht oder gepackt haben oder schon mit kleinen Verbesserungen schnell zufrieden waren.

Vor allem auch die, die sich immer schnell mal zusammengesetzt haben („Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild‘ ich einen Arbeitskreis!“), an den doch allseits bekannten Schrauben gleichzeitig gedreht haben, es tatsächlich kurzfristig besser geworden ist, nach ein paar Wochen einen das Dilemma aber wieder eingeholt hat. Die, die behaupten, eine Methodik schränke doch nur ein, die immer direkt auf die erstbeste Lösung springen, die zeigen wollen, dass man schnellstmöglich agieren muss. Nein, das richtige Werkzeug angewendet, schränkt nicht ein, sondern beschränkt sich auf das Erforderliche!


Bis demnächst,
Ihr Axel Jungheim

1 Kommentar

  1. Max Fischbach
    30. September 2009 at 19:42 — Antworten

    Es ist erstaunlich, was Six Sigma in unserem Unternehmen bewegt hat. Allerdings mussten wir die Befürworter dieser Methode auch erst lange für Six Sigma werben, bevor alle es auf den „Versuch“ ankommen lassen wollte. Heute stehen Kosten / Nutzen in einem sehr positiven Verhältnis.

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