KVP - Kontinuierlicher Verbesserungsprozess & LEAN Methoden

KVP Methoden im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess – so ordnen Sie Ihre KVP Werkzeuge im „Werkzeugkoffer“ – KVP Serie Teil 3

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Nachdem wir uns bisher mit Implementierung und Strukturierung dem KVP – Kontinuierlichen Verbesserungsprozess – doch eher von der Managementseite her genähert haben, wollen wir uns nun einigen Basiselementen widmen – denn „Entscheidend ist auf‘m Platz“, wie ja schon große Fußballgottheiten vor langer Zeit richtig erkannt hatten. Dazu gehört auch der Einsatz von KVP Methoden, die grundsätzlich dem KVP-Team die Möglichkeit geben sollen, letztlich in kürzerer Zeit bessere Lösungen zu finden. Als KVP Methoden-Spezialist dient hier der KVP-Coach oder KVP-Experte, der in seiner Moderationsfunktion immer wieder auf das ein oder andere Tool aus seinem Werkzeugkoffer zurückgreift. Diese Methodenkompetenz hilft ihm dabei, die in der Gruppe ablaufenden Prozesse zu strukturieren und auch die Geschehnisse überwiegend konfliktfrei zu gestalten, da die richtig angewendeten KVP Werkzeuge den Wechsel von der emotionalen auf die Sach-Ebene gelingen lassen.

Unsere KVP Serie:
Teil 1: 
Tipps zur Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses – Wir zeigen Ihnen, wie Sie den KVP Prozess
                erfolgreich implementieren‏
Teil 2: Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess – Lernen Sie die Bausteine der KVP Organisation kennen
Teil 3: KVP-Methoden im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess – so ordnen Sie Ihre KVP Werkzeuge im Werkzeugkoffer
Teil 4: Der KVP Coach als Kommunikator – oder wie richtige Kommunikation im KVP funktioniert

 


Bringen Sie Ihre KVP Werkzeuge in eine Ordnung

Ein gut ausgebildeter KVP-Coach hat das Wissen über diese KVP Werkzeuge im Vorfeld erlangt und seinen Werkzeugkoffer ordentlich gefüllt. Ein funktionierender Kontinuierlicher Verbesserungsprozess fordert jedoch, dass Kompetenz nun auch bedeutet, dieses Wissen über die Tools auf die Spur zu bringen und in der richtigen Situation im KVP, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, die richtigen KVP Werkzeuge anzuwenden – nicht, dass er sich nachher noch Weisheiten dieser Art anhören muss: „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel!“. Auch um dieses Risiko einzugrenzen bringt unser KVP-Fachmann daher zu Beginn seiner Kontinuierlicher Verbesserungsprozess Laufbahn am Besten erst mal Ordnung in den Laden sprich seinen Werkzeugkoffer und die KVP Werkzeuge. Dabei hat er nun verschiedene Möglichkeiten, seine KVP Werkzeuge so anzuordnen, dass er sie schnell und situationsgerecht auffinden kann. Dabei gilt: „Finden nicht Suchen!“. Im Weiteren möchten wir einige Beispiele und Möglichkeiten, die der Kontinuierliche Verbesserungsprozess für die Ordnung von KVP Methoden anbietet, hierzu näher in den Blick nehmen.

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 Anordnung der KVP Methoden über den PDCA-Zyklus

Der PDCA-Zyklus ist der Rote Leitfaden, an dem sich der KVP-Coach in seinen Moderations-Aktivitäten orientiert. Hierzu gehören beispielsweise die wöchentliche Kontinuierlicher Verbesserungsprozess – Sitzung, ein Kontinuierlicher Verbesserungsprozess – Workshop oder das Kontinuierlicher Verbesserungsprozess – Projekt. Auf der Zeitachse verwendet er hier gebräuchliche KVP Werkzeuge aus den so genannten „Q7“. Darunter zu verstehen sind die Sieben Qualitätswerkzeuge, als da wären:

Histogramm
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Histogramm 

 

Zeitreihendiagramm oder Qualitätsregelkarte
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Regelkarte

 

Korrelationsdiagramm (Streu-Diagramm)
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Korrelationsdiagramm

Pareto-Analyse (ABC-Analyse)
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Pareto-Diagramm

 

Fehlersammelkarte
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Fehlersammelkarte

 

Ishikawa-Diagramm
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Ishikawa-Diagramm

Brainstorming       
KVP Methoden KVP Werkzeuge - Brainstorming

Diese Sieben Qualitätswerkzeuge, unter die Rubrik KVP Methoden fallend, dienen entlang des PDCA-Zyklus‘ der methodischen, überwiegend grafisch angelegten

  • Problemermittlung,
  • Problemanalyse,
  • Maßnahmenfindung,
  • Prozessüberwachung und
  • Wirksamkeitsüberprüfung.


Anordnung der KVP Werkzeuge über die 7er-Methodenbündel

Die „Q7“ hatte Kollege Kaoru Ishikawa einst als solche zusammengestellt und damit den Mindestfundus eines jeden KVP-Coaches definiert, um die oben angegebenen Kontinuierlicher Verbesserungsprozess Zielsetzungen methodisch zu unterstützen. Man kann aber natürlich auch mehr machen, denn es gibt noch weitere 7er-Methodenbündel, die der Kontinuierliche Verbesserungsprozess als Ordnungen der KVP Methoden zulässt, wie die „M7“, die „D7“ und die „K7“. Die Zahl 7 ist in vielen Ländern eine magische Zahl und oft auch Glückszahl. Wir kennen alle die Sieben Weltwunder, man schwebt im Siebten Himmel, es gibt die Sieben Tugenden, aber auch die Sieben Todsünden im Christentum, im Islam die Sieben Himmelreiche, James Bond heißt auch nicht 008 und Harry Potter war mit Band 7 am Ende! Zudem laufen einer japanischen Sage nach die sieben Glücksgötter am Neujahrstag auf ihrem „Schatzschiff“ in den Hafen ein. Dieses Schiff trägt sieben immaterielle Schätze: Klugheit, Wissen, Erfahrung, Gelehrsamkeit, Tapferkeit, Wohlstand und langes Leben sowie Glück und Zufriedenheit.


Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: M7 – Sieben Managementwerkzeuge

Die „M7“ sind die so genannten Sieben Managementwerkzeuge unter den KVP Werkzeugen und dienen dazu, am Filpchart oder eher an der Pinnwand auf relativ einfachem Wege Struktur in die Überlegungen der Gruppe zu bringen. Da die KVP Methoden in diesem Fall „Management“-Werkzeuge sind, tragen sie oft auch einen akademisch klingenden Namen, wie z.B. Affinitätsdiagramm, Relationendiagramm oder Portfolio-Matrix. Hier übrigens ein kleiner Hinweis: Wenn Sie nach der Ideenfindung beim Brainstormen diese nach Clustern aufgeteilt haben, ist das, was Sie dann sehen, schon ein „Affinitätsdiagramm“! Da fühlt man sich doch gleich eine Stufe höher, nicht wahr, :-) ? Desweiteren sind in diese Schublade auch die KVP Methoden Baumdiagramm, Matrixdiagramm, Problementscheidungsplan und Netzplan einzuordnen.

KVP Methoden KVP Werkzeuge


D7 – Sieben Dienstleistungswerkzeuge

Die „D7“ sind die Sieben Dienstleistungswerkzeuge. Das amerikanische Marketing Science Institute analysierte in den 80er Jahren mit dem „GAP-Modell der Service-Qualität“ typische Schwachstellen bzgl. der Erwartungen von Kunden an Dienstleistungen. Entlang eines Dienstleistungsprozesses geben Sie verschiedene Hilfestellungen in Bereichen wie Entwicklung (z.B. Vignetten-Technik) oder Prozess-Beschreibung (Service-Blueprinting) oder Interaktion mit dem Kunden (z.B. Kritische Ereignismethode). Zudem gehören hierzu noch die Servqual-Methode zur Messung der Kundenzufriedenheit, das Beschwerdemanagement als standardisierter Reklamationsbearbeitungsprozess, die Frequenzrelevanz-Analyse zur Priorisierung und die Service-FMEA zur Risikobewertung. Die meisten davon kommen originär aus dem industriellen Umfeld und sind dann etwas angepasst, kombiniert und manchmal auch nur umbenannt worden.

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‏                                    Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.


K7 – Sieben Kreativitätstechniken

Die „K7“ sind die Sieben Kreativitätstechniken. Sie helfen uns dabei, Lösungen und Ideen zu sammeln, zu bewerten und auszuwählen. Die bekannteste Kreativtechnik, das Brainstorming, gehört allerdings nicht in diese Schublade, da „der Ideenwirbel“ ja schon den KVP Methoden der Q7  zugehörig ist! Mind-Mapping, 6-3-5-Methode und Morphologisches Tableau sind hieraus die am häufigsten angewendeten KVP Werkzeuge und sind für KVP-Aktionen sehr sinnvoll. Außerdem sind komplexere synektische und abstrahierende KVP Methoden doch eher einem illustren kleineren Kreis von Eingeweihten und Fortgeschrittenen vorbehalten – speziell aus der technischen Entwicklung – als da wären die Progressive Abstraktion, Synektik-Sitzungen zur Verfremdung sowie Visuelle Synektik und Reizwort-Analyse als Konfrontationstechniken.


Anordnung der KVP Methoden über deren Zielsetzung

Eine sicherlich auch attraktive Variante wird es sein, die KVP Werkzeuge ihrer Intention entsprechend einzuteilen. Möchte der KVP-Coach etwas strukturieren oder Daten darstellen, nutzt er Aufbereitungstechniken im Kontinuierlicher Verbesserungsprozess wie Affinitätsdiagramm, Process Mapping, Streu-Diagramm, Histogramm etc. Gräbt er nach Ursachen, Ideen oder Lösungen verwendet er klassische Suchtechniken wie Kartenabfrage, Mind-Mapping, Ishikawa-Diagramm etc. als KVP Werkzeuge. Um aus der Vergangenheit oder Gegenwart auf die Zukunft zu schließen, interessiert er sich für Prognosetechniken wie Zeitverlaufsdarstellungen, Regelkarten, Trendanalyse etc. Wenn es darum geht, im Team etwas einzuschätzen und/oder zu priorisieren, setzt er auf Bewertungstechniken wie Pareto-Diagramm, Paarweiser Vergleich, Cause&Effect-Matrix, Prozessfähigkeitsanalysen etc.

Es ist also alles wie Zuhause im Werkzeugkoffer der KVP Methoden! Denn da halten Sie ja sicher auch die Arbeitsmittel zum Tapezieren streng getrennt von den Werkzeugen zur Sanitär-Installation und die wieder von denen zur Gartenarbeit – oder etwa nicht…!?

 

In diesem Sinne, bis demnächst
Ihr Axel Jungheim

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