KVP - Kontinuierlicher Verbesserungsprozess & LEAN MethodenSIX SIGMA

Das Ishikawa-Diagramm ( Fischgräten-Diagramm ) als Allzweckwaffe

 

Kaum hat der Sommer begonnen, so sind die guten Vorsätze vom Jahresbeginn längst verdrängt worden. Wollte ich nicht 5 kg abnehmen für die Strandfigur? Weniger rauchen? Und ich wollte mehr Geld ausgeben, hab’ aber keines! Alles mehr oder weniger löbliche Vorsätze, die begleitet durch meist spontan entwickelte Maßnahmen der Realisierung entgegenstreben – um alsbald im Nirwana zu verschwinden. Woran liegt’s? An mangelnder Disziplin, werden Sie sagen. Oder an unglücklichen Umständen. Oder an der Zeit, die einfach nicht reif dafür war. Alles möglich, aber vielleicht lag’s ja auch nur daran, dass die Ursachen für das bisherige Problem nicht erfasst wurden? Und ich jetzt plötzlich unpopuläre Maßnahmen angehe, die aber die eigentliche(n) Ursache(n) nicht abstellen.


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Tja, und wie mach’ ich das? Na, da werden jetzt alle Qualitäter aufspringen (tatsächlich alles fröhliche Gesellen, denn es gilt nach wie vor „Qualität ist, wenn man trotzdem lacht! “) und rufen: „Klar, das machen wir mit dem Ishikawa-Diagramm!“ Und die Lean-Leute stehen auf und grölen: „Ja, wir auch!“ Und die Six-Sigma-Leute stimmen ein in den Chor und jubilieren:„Na, und wir schon lange! Und das sogar richtig! „(Andere Definition für Qualität ist übrigens: „Mach’s gleich richtig!“) Ja, ja – das gute alte Ishikawa-Diagramm! – In vielen Optimierungskreisen doch recht bekannt, leider dann doch im Alltag weniger angewandt als angedacht – und wenn, dann leider doch oft nur in seiner spargeligsten Version. Häufig auch von den 8D-Report-Jüngern, die geknechtet von der wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebenden Kundenreklamation in höchster Geschwindigkeit von der Fehlerbeschreibung über die Sofortmaßnahme manchmal sogar bis zur Korrekturmaßnahme eilen und unterwegs ’nen schnelles Pareto mit ’nem anschließenden Ishikawa-Quickie zur zwischenzeitlichen Beruhigung des Kunden und der eigenen Nerven auf’s Tapet bringen.

Tja, wer hat’s erfunden? – Nein, es war auch diesmal wieder mal kein Schweizer gewesen; es war der alte japanische Qualitäter Kaoru Ishikawa, der in den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts dem Kind seinen Namen gab und es umgehend in seine Sieben Qualitätswerkzeuge zur Fehlererfassung bzw. Fehleranalyse einbaute. In dieser Schublade lagen schon Fehlersammelkarte, Histogramm und Qualitätsregelkarte sowie Streudiagramm, Pareto und Brainstorming. Brainstorming, aha, da gab’s sogar schon etwas Seelenverwandtes. Mit dieser Kreativitätstechnik ist es möglich, in kurzer Zeit ’ne Menge Ideen zu entwickeln, die dann später geclustert und letztendlich bez. ihres Realisierungspotenzials bewertet werdenIshikawa_neu

Diese Clusterung liegt beim Ishikawa-Diagramm schon zu Beginn vor – nur die Ideen halt nicht. Statt Ideen geht es hier auch eher um potenzielle Fehlerursachen, die es zu sammeln gilt und einen mehr oder weniger großen Einfluss auf ein bereits bestehendes Problem haben mögen. Probleme gibt’s immer genug und könnten z.B. sein: „Unsere Durchlaufzeiten sind zu lang“ oder „Unsere Nacharbeitsquote ist zu hoch“ oder „Mein Chef versteht mich nicht“.

Da ein Fisch immer vom Kopf her stinkt, malt man das Problem als große Blase auf eine Pinnwand und dahinter konstruiert man ein fischähnliches Gebilde mit Rückgrat und davon nach oben und unten abzweigenden 7 Hauptgräten – und schon hat man das Grundgerüst des Ishikawa-Diagramms, daher halt auch Fischgräten-Diagramm genannt. Die Hauptgrätenenden werden mit Oberbegriffen (den Clustern) versehen, die wie zufällig alle mit „M“ beginnen – Mensch, Methode, Maschine, Material, Mitwelt, Messung und Management.


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All diese Cluster sind potenzielle Ausbruchsherde für nicht selten eine Fülle von Ursachen und Nebenursachen, die das Problem verschlimmern könnten und von nun an als Nebengräten und Unternebengräten sich im Schaubild immer weiter verästeln – wie ein Baum, der vom Stamm nach außen hin immer kleinere Äste austreibt (das nennt man dann, wenn’s fertig ist, aber Mindmapping ;-)). Wenn man schon mal soweit gekommen ist (der eine oder andere ist wie gesagt oft schon  bei der ersten Gräte hängengeblieben), nutzt man die Gunst der kreativen Stunde und priorisiert gleich noch die jeweiligen Fehlerursachen ob Ihrer vermeintlichen Einflussstärke und ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit (kann man als Six Sigma-Geübter auch gerne mit ’ner Cause & Effect Matrix und/oder ’ner FMEA verbinden).

Die bis dato nur angenommenen Einflüsse dann noch über ZDF, grafische Methoden und zielgerichtete statistische Hypothesentests zu verifizieren, würde dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen in der Bestrebung, wirkliche 1A-Verbesserungs-Maßnahmen zu entwickeln! Na ja, wollen wir mal nicht gleich übertreiben – aber, Sie wollten sich ja noch ’was vornehmen für dieses Jahr!

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Wie wäre es denn damit: Benzin wird ja immer teurer, also nehmen Sie sich mal Ihre Restfamilie und ’ne Pinnwand zur Brust (Wohnzimmertapete geht natürlich auch) und versuchen mit der Ishikawa-Technik herauszufinden, was denn alles so den Kraftstoffverbrauch Ihres PKW’s in die Höhe treibt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Gelingen bei der Umsetzung.
Ihr Axel JungheimSiehst du?


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